Sisal Teppichböden sind ganz besondere Füßbodenbeläge, die zahlreiche reizvolle Eigenschaften haben.
Sisal wird gewonnen aus der Sisalagave, einer Faserpflanze, die aus der Familie der Agavengewächse stammt. Benannt ist es nach der mexikanischen Hafenstadt Sisal. Haupterzeugerländer sind Brasilien, Mexiko und Tansania. Der Stamm der Sisalpflanze kann bis zu 100 cm hoch werden, die schwertförmigen Blätter bis zu 150 cm lang. Aus diesen Blättern können die Sisalfasern gewonnen werden, die unter anderem ihren Einsatz finden bei der Herstellung von Tauen, Bürsten und Sisal-Teppichböden. mehr...
Die Ernte kann erstmalig im dritten Lebensjahr der Pflanze, und dann zu jedem beliebigen Zeitpunkt einmal im Jahr erfolgen. Nachdem die Blätter am Ansatz abgetrennt wurden, folgt der sogenannte Faseraufschluss. In dieser Phase werden die trockenen Fasern vom restlichen Blattgewebe getrennt. Daran anschließend lagern die Fasern für die Wasserröste gebündelt bis zu 12 Stunden im Wasser. Das Rösten bezeichnet hier einen Vorgang, bei dem durch Wässern bestimmte Klebetoffe und der grüne Blattfarbstoff aus den Fasern herausgelöst werden. Schließlich müssen die Bündel dann noch einige Stunden in der Sonne trocknen, bevor sie hinsichtlich ihrer Qualität sortiert werden können.
Während Sisal sich in der ersten Hälfte und der Mitte des 20. Jahrhunderts noch großer Beliebtheit erfreute, ging die Nachfrage ab den 1960er Jahren immer weiter zurück, da Kunstfasern die Naturfasern immer mehr verdrängten. Seit dem Beginn dieses Jahrtausends steigt die Nachfrage nach Sisalprodukten wieder zuzusehends. Und auch der Sisal Teppichboden ist seitdem auf dem Vormarsch. Ganz zu Recht, denn das was er bietet ist wirklich beachtlich.
Aufgrund der Struktur seiner Fasern ist er extrem zäh und reißfest, so dass er sich zum Einsatz im gesamten Wohnbereich eignet. Außerdem sind Sisalteppichböden von Natur aus Wärme- und Schallisolierend. Da die Sisalfaser Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und diese auch wieder abgeben kann, wirkt sich ein Sisalteppichboden sogar positiv auf das Raumklima aus. Er sollte aufgrund dieser hygroskopischen Eigenschaften am besten vollflächig verklebt werden, da er bei Feuchtigkeitsaufnahme einschrumpfen kann.
Es gibt den Sisal-Teppichboden in naturbelassenen, dezenten Farbtönen, aber da sich die Sisalfaser hervorragend einfärben lässt, auch in zahlreichen knallig bunten Farben- so lässt sich sicher für jede Vorliebe der passende Bodenbelag finden. Alles in allem sind Sisalteppichböden sehr geschmackvolle und robuste Einrichtungselemente, die von Individualität und ökologischem Bewusstsein zeugen.